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                               Drei Könige kommen gegangen
mit einer langen Stangen.
mit einem hellen Stern -
es sind gar noble Herrn.

Der eine ist der Peter,
den kennt im Dorfe jeder.
Trägt eine goldne Kron
und ist des Müllers Sohn.  

Der mit der Silberlitze
ist unsres Schneiders Fritze.
Trägt einen weißen Bart
von königlicher Art. 

Der dritte mit dem Turban
ist Karl vom Schuster Urban.
Trägt kupfern Ring´ im Ohr
und ist ein schwarzer Mohr.  

Ein Schwarzer und zwei Weiße,
so gehn sie auf die Reise,
singen bald dort, bald hier,
der Stern ist von Papier.  

Sie singen vor den Toren,
die Ohren blaugefroren.
Der Wind weht bitterkalt,
das Königslied erschallt.  

„Wir kommen aus dem Dunkel,
der Stern hat ein Gefunkel,
der Stern hat großes Licht,
drum fürchten wir uns nicht.  

Ihr Leut, gebt uns ein bisschen,
ein Äpfelchen, ein Nüsschen,
ein Scheiblein Birnenbrot,
von jedem nur ein Lot!“  

Sie singen unerschrocken,
sie heimsen ihre Brocken,
und Flocken hat´s geschneit -
der Sternenweg ist weit.  

Der Sternenweg ist bitter,
die Kronen sind nur Flitter,
die Schuhe hab´n ein Loch -
Könige sind sie doch.


                              
aus: Rudolf Otto Wiemer, Es müssen nicht Männer mit
Flügeln sein,Quell Verlag, Stuttgart 1986
(c) Rudolf Otto Wiemer Erben, Hildesheim