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Als die furchtsamen Mäuse das
Marschieren lernten und die Vögel
flogen in geschlossenen Formationen,
war die Zeit der Soldate.

Als die Sonne von den Kindern
gesucht wurde im Keller, und
ihr erstes Wort hieß: Verdunklung,
war die Zeit der Soldaten.

Als mancher ein Held war, der
das Wort leugnete, und die Tränen
der Mütter billiger als Salz,
war die Zeit der Soldaten.

Als Gott Stiefel anzog, seinen
Namen aufs Koppelschloss schrieb und
sagte: Feuer, und sagte: Asche,
war die Zeit der Soldaten.

Als mein Vater, der abends
gern Lieder von Brahms sang, in
Frankreich stumm aufs Gesicht fiel,
war die Zeit der Soldaten.



                                Rudolf Otto Wiemer, Der Augenblick ist noch
nicht vorüber. Ausgewählte Gedichte,
Kreuz Verlag, Stuttgart 2001,
(c) J. F. Steinkopf Verlag Stuttgart/Kiel